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100 Jahre MGV Hollenstedt


verfasst von August Lutze (Liedervater)

In diesem Jahr blickt der Männergesangverein Hollenstedt auf eine von wechselvollen Ereignissen begleitete 100-jährige Geschichte zurück und gedenkt der Männer, die sich zusammenfanden, in Gemeinschaft das deutsche Volkslied zu pflegen. 

In dem Protokoll der Gründungsversammlung von 1878 ist nachzulesen, dass in den Vorstand die Herren Casper Schütte als Präsident, Christian Seeger als Vizepräsident und August Ilse als Rechnungs- und Protokollführer gewählt wurden. Die Chorleitung übernahm Lehrer Rohrbach. Es ist weiter berichtet, dass der Verein in kürzester Zeit auf etwa 80 Mitglieder angewachsen war und sich 19 Statuten gab die zum Teil heute noch Gültigkeit haben.

Bereits am 8. Juli 1894 wurde ein Sängerfest mit Fahnenweihe gefeiert, wozu die Vereine aus Edesheim, Stöckheim, Drüber und Iber eingeladen waren. Nach einem Umzug durch das geschmückte Dorf wurde von Lehrer Fischer eine Festrede gehalten. Als Festwirt fungierte Hermann Warnecke, die Kapelle 0tte aus Denkershausen spielte zum Tanz auf.

Am 1.Mai 1911 wurde in Hollenstedt ein zweiter Gesangverein der Handwerker und Arbeiterbildungsverein gegründet, dessen 1. Vorsitzender Bäckermeister Albert Stille wurde. Die Chorleitung übernahm Albert Möhle. Zwischen beiden Vereinen kam nun ein Konkurrenzverhalten auf, was sich jedoch positiv auf den Chorgesang in unserem Dorfe auswirkte.

Am Himmelfahrtstage eines jeden Jahres marschierte man gemeinsam zum Böllenberg. Auf dem dortigen Turnplatz im Walde wurde gesungen und geturnt. Der Handwerker- und Arbeiterbildungsverein feierte im Jahre 1914 ein Sängerfest mit Fahnenweihe. Festwirt war Heinrich Hennecke und der Festplatz wurde in Stilles Garten hergerichtet.

Die bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges in beiden Vereinen erfolgreiche Vereinsarbeit hörte in den Kriegsjahren gänzlich auf. 23 Sangesbrüder aus beiden Vereinen kehrten nicht in die Heimat zurück. Das Leid war grenzenlos.

1919 wurde der Singbetrieb in beiden Vereinen wieder aufgenommen. Den Männergesangverein dirigierte der Lehrer Stricker aus Stöckheim. Im Handwerksbildungsverein mangelte es an Sängern und man entschied sich unter Beteiligung der Frauen und Mädchen einen gemischten Chor zu gründen. Die Chorleitung übernahm Albert Möhle aus Iber.

Bei herrlichem Frühlingswetter feierte der Männergesangverein am 1. und 2. Juni 1928 sein 50-jähriges Bestehen. An diesem Fest nahmen 30 Gastvereine teil. Der schlechten Zeiten wegen, wurde auf eine Nachfeier verzichtet, dafür aber ein Frühstück eingenommen. Die Kapelle Otte und Möhle spielten zum Tanz auf.

Die Vorkriegszeiten und der Zweite Weltkrieg überschatteten die Vereinsarbeit und den Gesang in beiden Vereinen. Als 1. Vorsitzender führte August Markus sen. den Männergesangverein. Für den Handwerksbildungsverein fungierte als 1. Vorsitzender Albert Stille, Heinrich Ippensen, Wilhelm Hacke und Fritz Henze. 

Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges kam der Singbetrieb völlig zum Erliegen.

Nach langjähriger Pause, in der der deutsche Zusammenbruch mit all seinem Elend und seiner Not liegt, wurde von einigen Sängerveteranen beider Vereine der Entschluss gefasst, nunmehr alle sangesfreudigen Männer in einen Verein zusammenzufassen. Dies war die Geburtsstunde des heutigen Männergesangvereins Hollenstedt.  Namentlich sind hier die Sangesbrüder August Voß und Wilhelm Hacke zu nennen. Die Neugründung erfolgte dann an 2.2.1947 in der Gastwirtschaft Hennecke. Als  1. Vorsitzender wurde Wilhelm Hacke gewählt, den 2. Vorsitz übernahm August Voß. Die Chorleitung übernahm Lehrer Karl Kühne. 

Das erste auswärtige Sängerfest nach dem 2. Weltkrieg wurde auf Einladung des Männergesangvereins Elbingerode in Elbingerode durch unseren Verein besucht.  Dort war der aus Hollenstedt stammende Hauptlehrer Fischer als Chorleiter tätig. Dieses erste Sängerfest nach Ende des 2. Weltkrieges ist heute noch allen Beteiligten in schönster Erinnerung. 

Am 9.1.1953 legt Aug. Markus das Amt des ersten Vorsitzenden nieder. Sein Nachfolger wird Gustav Leifheit. In den folgenden Jahren bis 1975 sind als. 1. Vorsitzende des Männergesangvereins Hollenstedt namentlich zu nennen:  Sangesbruder Gustav Denecke, Sangesbruder Robert Arnemann, Sangesbruder Heinz Sauthoff, Sangesbruder Dieter Traupe 

Der Beschluss der Generalversammlung, am 21. Juni 1953 ein Sängerfest zu feiern, wird durchgeführt. Bei herrlichem Wetter nimmt das ganze Dorf Anteil an diesem Fest. Zahlreiche auswärtige Gesangvereine konnten begrüßt werden. 

1963 legte Lehrer Kühne die Chorleitung nieder. Neuer Chorleiter wird Hermann Ilsemann.

Das 90-jährige Stiftungsfest wird in kleinem Rahmen gefeiert. Aus diesem Anlass werden 34 Sangesbrüder für langjährige Vereinstreue geehrt. Für besondere Verdienste wurden Karl Kühne, Gustav Denecke und Heinz Sauthoff mit einer Ehrennadel ausgezeichnet.

Der bewährte Chorleiter Hermann Ilsemann verlässt aus beruflichen Gründen den Verein vorübergehend, übernimmt jedoch 1975 wiederum die Chorleitung. Zwischenzeitlich wurde Herrn Voges die Chorleitung übertragen. Als äußeres Zeichen der Verbundenheit innerhalb des Vereines wurde eine einheitliche Vereinskleidung angeschafft.

In der Generalversammlung 1975 wird Sangesbruder Heinz Meyer zum 1. Vorsitzenden gewählt. Der Verein hat in seiner 100-jährigen Geschichte an vielen kulturellen und sonstigen Veranstaltungen innerhalb und außerhalb der Gemeinde teilgenommen.  Er ist heute aus dem dörflichen Geschehen nicht mehr wegzudenken. Möge es auch in Zukunft sangesfreudige Männer geben, die in unserem Verein das deutsche Volkslied und den Chorgesang in geselliger Runde pflegen. Diese Rückschau ist nur ein kleiner Zeitabriss des so wechselseitigen Geschehens unserer 100-jährigen Vereinsgeschichte und erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit.

 

 

 

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