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HNA 23.02.2019 Hallo Leute, ohne Gerste gibt’s kein Bier!

Das haben die Karnevalsfreunde Hollenstedt gut erkannt. Angesichts der vielen Graugänse, die rund um ihr Dorf den Bauern das Getreide vom Feld fressen, haben sie bei ihrem Karnevalsumzug heute vor einer Woche vorgeschlagen, Nils Holgersson zu engagieren. Der begleitet ja bekanntlich zusammen mit dem Hausganter Martin in Schweden die wilden Gänse. Und da haben sie sich gedacht, dass er die Hollenstedter Gänse dazu bewegen könnte, den Abflug zu machen, damit auch künftig noch genug Gerstensaft fürs Karneval feiern da ist. Ich fürchte aber, dass die lieben Tierchen sich im Gänse-Restaurant „Zum Polderblick“ so wohl fühlen, dass sie keine Lust haben, zu verreisen.

 

 

 

Hollenstedter Landwirt bittet Politik um Hilfe

VON NIKO MÖNKEMEYER HNA 18.02.2019 Hollenstedt– Die Politik muss sich verstärkt darum kümmern, dass in der Nachbarschaft des Leinepolders nicht nur die Interessen des Naturschutzes, sondern auch die der Landwirtschaft ausreichend berücksichtigt werden. Diese Forderung hat Christian Frohme aus Hollenstedt jetzt erhoben. Er gehört zu den Bauern, die schon seit mehreren Jahren darüber klagen, dass Graugänse auf ihren Äckern große Schäden anrichten.„Bei mir liegt der Verlust pro Jahr bei 10.000 bis 15.000Euro, und Entschädigungen gibt es hier in der Region leider nicht, sodass ich auf den Kosten sitzen bleibe“, sagt Frohme. Er betont aber, dass er keinesfalls den Naturschutz insgesamt kritisch sehe. Ganz im Gegenteil. Er findet es richtig, dass man innerhalb des Polders Rückzugsgebiete für bedrohte Arten schafft. Und natürlich freue er sich auch darüber, dass sich der Storch hier wieder angesiedelt hat. Aber dafür, dass die wachsende Zahl an Graugänsen lediglich als Bereicherung der Fauna gesehen werde und die Probleme, die die Tiere für Landwirte darstellen, keine Beachtung fänden, habe er kein Verständnis.

„Immerhin handelt es sich bei der Graugans um keine geschützte Art“, gibt Frohme zu bedenken. In den vergangenen Jahren hat er vergeblich versucht ,mit selbst gebauten Vogelscheuchen die Gänse von den Feldern zu vertreiben. Jetzt hat er vorsorglich kleine Gitterkästen auf seinen Äckern installiert, um die Schäden dokumentieren zu können. Denn die Hoffnung, dass sich in Sachen Entschädigung doch noch etwas tun könnte, hat er noch nicht aufgegeben.

 

 

 

HNA 20.05.2017 Die drei Storchenküken im Hollenstedter Nest haben jetzt Personalausweise bekommen. Auf unserem Foto ist zu sehen, wie einer der Nestlinge von Storchenvater Bernd-Jürgen Schulz beringt wird. Im Landkreis sind noch neun weitere Nester mit Storchenpaaren besetzt, darunter in Langenholtensen, Lindau und Wolbrechtshausen. In Wiebrechtshausen haben sich erstmals Störche niedergelassen, nachdem im vergangenen Jahr dort eine Nisthilfe installiert wurde. Am Hevenser Horst hat sich bislang nur eine Strochendame eingefunden. (nik)

 

 

 

MEHR ZU: Graugänse fressen Felder kahl

HNA 18.02.2019 Hollenstedt Ich habe mich unter anderem auch an den Bundestagsabgeordneten Dr. Roy Kühne gewandt“, sagt Frohme und berichtet, dass er ein paar Tage später einen Anruf aus Berlin bekommen habe.„Unser Anliegen soll demnächst in einem Fachausschuss angesprochen werden, habe ich erfahren.“Frohme macht sich allerdings keine große Hoffnung, dass es kurzfristig eine Lösung für die Graugansproblematik geben wird.

Daher war er selbst aktiv und hat imwahrsten Sinne des Wortes zu einem stärkeren Kalibergegriffen, um den Gänsen die Mahlzeiten auf seinen Feldern zu vermiesen.„Wir haben erreicht, dass in diesem Bereich die Jagdzeit für Graugänse verlängert wurde“, berichtet Frohme.„Eigentlich gilt die vom 1. August bis 15. Januar. Jetzt dürfen aber bis Ende März hierGraugänse geschossen werden.“Natürlich könne der Jagdpächter nicht alle Gänse abschießen, betont Frohme.„Wenn aber ein paar einzelne Tiere geschossen werden,sorgt das dafür, dass die anderen vergrämt werden. Im Moment sieht es so aus, als funktioniere das ganz gut.“ Dass das Abschießen langfristig eine Lösung des Problems sein könnte, glaubt Frohme allerdings nicht. „Da muss es andere Lösungen geben.“Bei den Naturfreunden, die regelmäßig den Leinepolder besuchen und sich unter anderem auch an den großen Graugansschwärmen erfreuen, bittet Frohme um Verständnis für seine Sicht der Dinge.„Bauernstand ist Ehrenstand“, zitiert er einen alten Spruch aus dem Volksmund.„Er erhält die Stadt, er erhält das Land, er ist Pionier der Zeit und bleibt bis in alle Ewigkeit.“ Doch mit derEwigkeit sei das so eine Sache. Rund um Hollenstedt sehe es eher nach einem Ende der Landwirtschaft aus, istFrohme überzeugt.

 

 

 

HNA 24. Januar 2017 Das Hollenstedter Storchenpaar hat sich in diesem Winter den Flug in den warmen Süden gespart. Unser Foto zeigt sie bei der Nahrungssuche an der Geschiebesperre. Storchenvater Bernd-Jürgen Schulz hat die beiden Tiere in den vergangenen Wochen beobachtet. (nik) Foto: Schulz/nh  

 


Else und Otto mögen es kalt

Hollenstedter Storchenpaar lässt sich vom Wintereinbruch nicht vertreiben


VON NIKO MÖNKEMEYER

HOLLENSTEDT. Das Hollenstedter Storchenpaar Else und Otto trotzt den kalten Temperaturen. Auch der aktuelle Wintereinbruch kann die beiden imposanten Stelzvögel nicht dazu bewegen, in südliche Gefilde abzuwandern. „So lange sie genügend Nahrung finden, machen ihnen die niedrigen Temperaturen nichts aus“, sagt Bernd- Jürgen Schulz, der sich als Storchenvater schon seit vielen Jahren ehrenamtlich um die ständig wachsende Weißstorch-Population im Landkreis Northeim kümmert. Normalerweise befinden sich seine Schützlinge um diese Jahreszeit im warmen Süden. „Bis auf das Hollenstedter Storchenpaar sind alle anderen im Winterquartier und halten sich in Spanien, Portugal oder Afrika auf“, so Schulz. „Andere Störche, die vom Nabu mit Sendern ausgestattet worden sind, befinden sich derzeit bei Madrid. Einige Ostzieher sind im Grenzgebiet zwischen dem Senegal und Gambia oder auch im nördlichen Teil des Tschadsees bis hin nach Nigeria geortet worden.“

 


Rückkehr der Störche
Ende Februar, Anfang März werden Otto und Else im Leinepolder wieder Gesellschaft von Artgenossen bekommen, die dann aus den Winterquartieren zurückkehren, ist sich Schulz sicher. Bis dahin haben sie das gesamte Naturschutzgebiet zwischen Hollenstedt und Salzderhelden für sich ganz allein. Laut Schulz halten sie sich die meiste Zeit auf den Leinewiesen bei Hollenstedt oder an der Geschiebesperre auf. „Bei starkem Frost oder Schneefall übernachten sie direkt am Wasserrand der Leine oder an der Geschiebesperre“, berichtet Schulz von seinen Beobachtungen. „Am Wasser ist es etwas wärmer, und sie sind dort vor dem Fuchs sicherer." Teilweise sind Otto und Else am späten Vormittag auch auf ihrem Storchennest bei Hollenstedt zu beobachten, aber derzeit ist die Familienplanung bei ihnen natürlich noch kein Thema. Dafür ist es dann doch zu kalt. Besorgte Naturbeobachter, die sich um die beiden Störche Sorgen machen, kann Schulz beruhigen: „Körperlich machen die beiden Tiere auf mich einen guten Eindruck, und es scheint so, als hätten sie die kalte Jahreszeit bis jetzt gut überstanden.“

 

 

 

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