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Singschwäne aus Sibirien und Skandinavien überwintern regelmäßig im Vogelschutzgebiet Leinepolder


VON NIKO MÖNKEMEYER
HNA 04. Januar 2017 LEINEPOLDER Auf den ersten Blick wirkt der große weiße Vogel wie ein gewöhnlicher Höckerschwan, der nicht nur im Leinepolder, sondern auf vielen Gewässern im Landkreis Northeim das ganze Jahr über zu beobachten ist. Bei genauerer Betrachtung fällt je doch auf, dass er einen gelben Schnabel und einen gestreckteren Hals hat – kein Zweifel: es handelt sich um einen Singschwan. „


Zehn bis 15 Exemplare dieser Art verbringen jedes Jahr die Wintermonate im Vogelschutzgebiet zwischen Hollenstedt und Salzderhelden“, sagt Rainer Koch und fügt schmunzelnd hinzu: „Denn für jemanden, der seine Brutgebiete in der skandinavischen oder sibirischen Tundra hat, sind wir hier schon der warme Süden.“ Das Tier, das auf einer Sandbank an der Geschiebesperre bei Hollenstedt zu sehen ist, trägt einen auffälligen Ring um den Hals mit der Kennziffer 2E94. „Das ist ein Wiederholungstäter“ lacht Koch und verrät, dass dieser Schwan ein alter Bekannter ist und seinen Winterurlaub schon das fünfte Mal in Folge im Leinepolder verbringt.

Der Singschwan erreicht eine Flügelspannweite von fast zwei Metern und wird sieben bis zwölf Kilo schwer. Damit ist er etwas kleiner als der bei uns beheimatete Höckerschwan, der schon mal mehr als 14 Kilo auf die Waage bringen kann und eine Fügelspannweite von bis zu 2,40 Meter hat. „Manchmal kann man beide Arten gemeinsam beim Fressen beobachten“, sagt Koch. „Dann kann man sie gut unterscheiden.“ Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal: Die Flügel des Singschwans verursachen beim Fliegen keine Geräusche – ganz im Gegensatz zu den Flügeln des Höckerschwans, die im Flug pfeifende Töne erzeugen. Ebenso wie die Höckerschwäne ernähren sich die Wintergäste hauptsächlich von Wasserpflanzen. Außerdem lassen sie sich an Land Gräser und Wurzeln schmecken. Auf landwirtschaftlich genutzten Flächen lassen sie sich allerdings seltener Blicken. Seinen Namen verdankt der Singschwan einem umfangreichen Stimmrepertoire. Die tiefen, nasal und weich klingenden Rufe erinnern an den Klang einer Posaune, was dazu geführt hat, dass der Singschwan in der Antike auch eine kulturelle Bedeutung hatte und als Metapher für den Dichter galt.

 

 

 

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