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Hartmut Kölling sprach mit dem Ortsbürgermeister

Northeim News Montag, 03. Juni 2019 Hollenstedt (hakö). Zurücklehnen und durchatmen. Wie gern würde es Uwe Schwoch, Ortsbürgermeister von Hollenstedt, tun im idyllischen Garten an seinem Haus. Doch die aktuellen, hoch brisanten, kommunalpolitischen Themen wie zum Beispiel die Diskussion um Windräder am Rande des Böllenberges, die Suedlink-Trassenführung, die, so hat es den Anschein, ins Stocken gekommene Weiterentwicklung des am stark frequentierten Leine-Heide-Radweges gelegenen Northeimer Ortsteiles an der Seenplatte, lassen ihn nicht ruhen. In einem Gespräch mit News-Redakteur Hartmut Kölling versuchte er die Sachlage zu kommentieren und Problembereiche aufzuzeigen. "Wir sind sehr unruhig!" 

Uwe Schwoch ist in Bühle geboren. Seit fast 40 Jahren ist er nun Hollenstedter. "Ich war immer ein "Dorfkind", betont er überzeugt und hebt die Liebe und Zuneigung zu einer außergewöhnlich reizvollen Landschaft im Leinetal und vor allem zu seinem Wohnort hervor. "Wir haben eine einmalige Lage, sind verkehrstechnisch eigentlich gut angebunden mit kurzen Fahrzeiten nach Einbeck, Northeim und auch Göttingen. Für Pendler doch ideal".

Seit einigen Jahren wird sein Dorf allerdings, seiner Meinung nach, arg belastet. Schwoch: "Suedlink" bringt Erdkabel in einem Korridor von 100 Meter in den Boden. Riesige Baustellen werden entstehen. Der Boden wird verdichtet und auf einem Streifen von etwa 55 Meter dürfen anschließend keine Bäume gepflanzt oder bebaut werden. Die Bodenqualität im Leinetal ist extrem hoch. Zusätzlich kommt daneben Wahle-Mecklar mit der Oberlandleitung, die neu entsteht. Und zu allerletzt kommen dann noch sieben Windräder in das Vorranggebiet, was die Stadt Northeim 2005 festgelegt hat. Hier waren Windräder mit 100 Meter genehmigt worden. Heute gehen sie auf 230 Meter Höhe. Wir sind nicht gegen alternative Energie. Aber, der Abstand zu unserem Dorf sollte dann mindestens 1.000 bis 1.500 Meter betragen. Uns treibt Sorge".

Uwe Schwoch beklagt den großen Lärm von der anderen Seite. Die A7 mit ihren Baustellen, die dadurch verursachten, ständig langen Straßensperrungen auch durch Brückenerneuerungen. Dazu kommt laut Schwoch ja noch die Groß-Baustelle der Bahntrasse zwischen Göttingen und Ahlshausen mit offiziell bereits angekündigtem, erhöhten LKW-Verkehrsaufkommen in den nächsten Monaten. Die Probleme wachsen. 

"Wo bleibt die dringend notwendige Ausweisung neuer Baugebiete durch die Stadt, Angebote gerade auch für junge Familien?" Uwe Schwoch wirkt unruhig, gar erbost, daß sich unter anderem Bovenden, Nörten und Sudheim schneller entwickeln im Süden mit neuem Bauland, als vernachlässigte Northeimer Ortsteile im Nordwesten. "Die Stadt verliert keine Gedanken an uns und unsere Sorgen. Wir existieren einfach nicht. Das ist unglaublich. Wir brauchen dringend eine Mehrzweckhalle, da durch Schließung des Landgasthofes Seeger keine Familienfeiern im Ort mehr möglich sind. Die Gastronomie ist weggebrochen. Auch unsere Vereine haben einen Anspruch".

Der Ortsbürgermeister hängt mit ganzem Herzen an seinem Dorf an der Bölle. Uwe Schwoch nennt weitere belastende, ungeklärte Themenbereiche: "Die Wildgänse fressen unseren Bauern die Frucht weg, da die Population schon viel zu groß ist. Die lange schon geforderte" 70er-Zone" um Hollenstedt kommt auch nicht. Warum muß erst etwas passieren? Solange darf nicht gewartet werden. Das Feuerwehrhaus ist das älteste im Landkreis. Seit 1965 ist nichts mehr gemacht worden. Wir werden hier einfach vergessen und ignoriert von der Politik und den Verwaltungen".

Im Garten des Feuerwehrhauses in der Einbecker Straße soll per Anbau künftig der Jugendraum seinen Sitz haben. Man wartet auf die Baugenehmigung und eine Lösungsantwort zu den wichtigen sanitären Anlagen. Vorübergehend sollte der Jugendraum mit zwei Containern am Dorfgemeinschaftshaus/Dorftreff zurechtkommen.

Northeim-News bedankt sich für das offene Gespräch mit Uwe Schwoch

 

 

 

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